Biologische Station Zwillbrock e.V.

Deutsch-Chinesische Kommission im Zwillbrocker Venn


Auch die Gäste aus China hielten Flora und Fauna fotografisch fest. Foto: Winter-Weckenbrock



Feuchtgebiete kennt Xi Jing auch aus seinem Heimatland China, die Moor- und Heidegebiete des Westmünsterlands hat er in dieser Woche kennen gelernt. Christoph Rückriem von der Biologischen Station erklärte dem Gast die Landschaft. Foto: Winter-Weckenbrock

Wie läuft Naturschutzmanagement in Deutschland? Antworten auf diese Fragen erhielten die Mitglieder einer deutsch-chinesischen Delegation bei einem Besuch bei der Biologischen Station in Zwillbrock. Ein Besuch im Venn durfte dabei nicht fehlen.

'There, a big one' - "Da, ein großer!" ruft ein chinesisches Delegationsmitglied aufgeregt: Er hat ihn als erstes durch sein Fernglas entdeckt, den chilenischen Flamingo, der an diesem Donnerstagvormittag gemächlich durch den Lachmöwensee watet. Die internationalen Delegationsmitglieder bringen ihre Ferngläser und Kameras in Stellung, um die Attraktion im Zwillbrocker Venn nicht zu verpassen. Auch wenn sich an diesem Tag nur ein einziger blicken lässt: Sie haben einfach Wirkung, die wilden pinkfarbenen Zweibeiner. Und der können sich auch gestandene Wissenschaftler nicht entziehen.

In ihrem Workshop "Management von Schutzgebieten angesichts des Wandels von Klima und Landnutzung" ist ihre Exkursion ins Westmünsterland eine willkommene Portion Praxis, betont Dr. Susanne Lehmann (Foto) vom BfN, Koordinatorin für die naturschutzfachliche Zusammenarbeit mit China. Den Workshop hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) veranstaltet - als zweiter Teil einer Tagungsreihe mit chinesischen Expertinnen und Experten der "Chinese Research Acadamy of Environmental Science" (CRAES). Ziel ist ein fachlicher Austausch über Fragen der Sicherung der biologischen Vielfalt in Zeiten des Klimawandels. Diplom-Biologe Christoph Rückriem und Dr. Martin Steverding von der Biologischen Station begleiten die Delegation durchs Venn und erläutern dabei die vielfältige Arbeit, die ihre Institution im Naturschutzmanagement leistet.


Verschiedene Ansprüche

Auch Delegationsmitglied Xu Jing aus Peking ist beeindruckt. Eine Landschaft wie im Zwillbrocker Venn gebe es in China nicht, sehr wohl aber große Feuchtgebiete beispielsweise am Yangtse-Fluss. Auch in seinem Land gebe es verschiedene Ansprüche an das Land und seine Nutzung. In seiner Heimat sei das Bewusstsein für den Naturschutz in der Stadt-Bevölkerung ausgeprägter als bei der Landbevölkerung, schildert der wissenschaftliche Mitarbeiter seine Eindrücke.
China sei gerade dabei, seine Schutzgebiete zu erfassen, sie besonders unter Klimaaspekten zu bewerten und Aspekte nachhaltiger Landnutzung umzusetzen. "Man ist dort schon sehr weit, es gibt viele gut geschützte Gebiete", betont Dr. Susanne Lehmann. Gerade in der Provinz Jiangxi - auch aus der Region stammen zwei der zehn chinesischen Delegationsmitglieder - solle nun Naturschutzmanagement mit Vorbildcharakter geleistet werden - nicht zuletzt mit Hilfe und Rat aus Deutschland - beziehungsweise Zwillbrock.


Quelle: Münsterlandzeitung






« zurück