Biologische Station Zwillbrock e.V.

Tiere und Pflanzen



Jährliche Kartierung der Wiesenvögel in den Feuchtwiesenschutzgebieten sowie ausgewählter Vogelarten von Moor und Heide
   
Die Biologische Station kartiert jedes Jahr nach einer standardisierten Methode die Vorkommen ausgewählter Vogelarten in den betreuten Gebieten. Dazu werden die Gebiete im Zeitraum von März bis Juni in bis zu 8 Begehungen flächig begangen und die festgestellten Vogelarten und ihr Verhalten notiert. Die ausgewerteten Ergebnisse werden in den jährlichen Arbeitsberichten zusammengefasst dargestellt.
Die Daten sind eine wichtige Grundlage für die praktische Naturschutzarbeit: In den Feuchtwiesengebieten wird bei der Bewirtschaftung der Grünlandflächen auf bodenbrütende Vögel Rücksicht genommen. Ergeben die Kartierungen, dass sich auf einer Fläche noch nicht flügge Jungvögel etwa von Brachvogel oder Uferschnepfe aufhalten, wird hier in Absprache mit dem wirtschaftenden Landwirt die Mahd verschoben.In den Moor- und Heidegebieten lässt sich der Erfolg der dort durchgeführten Maßnahmen an der Reaktion der Vogelwelt ablesen.
 

Regelmäßige Kartierung der Vegetation und Flora in den betreuten Feuchtwiesenschutzgebieten
In den Feuchtwiesengebieten steht die Pflanzenwelt in einer engen Wechselwirkung mit dem Wasserhaushalt, Nährstoffhaushalt und der Bewirtschaftung durch den Vertragslandwirt. Arten wie Sumpfdotterblume und Kuckucks-Lichtnelke sind nur auf feuchten bis nassen, überwiegend gemähten Flächen zu finden. Viele solcher heute seltenen Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften sind auf vergleichsweise nährstoffarme und feuchte Verhältnisse angewiesen. Damit die Vorkommen seltener Arten und Pflanzengesellschaften erhalten werden können, ist eine angepasste Grünlandnutzung erforderlich. Dazu werden auf öffentlichen Flächen und im Vertragsnaturschutz jeweils bestimmte Kombinationen an Bewirtschaftungsgeboten bzw. -einschränkungen vertraglich festgelegt. Damit die Verträge mit Landwirten auf die Vegetation der bewirtschafteten Flächen ausgerichtet werden können, wird die Pflanzenwelt der betreuten Gebiete regelmäßig kartiert. Die Vorkommen der verschiedenen Pflanzengesellschaften werden flächendeckend in eine Karte eingetragen und die Vorkommen der seltenen und gefährdeten Pflanzenarten nach Lage und Menge erfasst. Darüber hinaus werden notwendige Datenerfassungen für das Landesamt für Naturschutz in NRW in Absprache mit dem LANUV übernommen.

 

 

Weitere Kartierungen

Zu unterschiedlichen Fragestellungen werden je nach Bedarf und Möglichkeiten weitere Erhebungen durchgeführt. Hier werden nur einige Beispiele genannt: Seit einigen Jahren beteiligt sich die Biologische Station Zwillbrock am Monitoring zur Ausbreitung des Fischotters im Münsterland und arbeitet dabei intensiv mit den Biologischen Stationen der Kreise Recklinghausen und Coesfeld zusammen.
Fragen zur Libellenfauna im Kreis Borken wurde in der Vergangenheit intensiv nachgegangen. Aktuell werden zum Beispiel durch die Unterstützung von Bachelorarbeiten Daten zu Winterlibellen erfasst.
Amphibien sind ein weiterer Themenschwerpunkt in der Naturschutzarbeit der Station (Herpetofauna Kreis Borken).