Biologische Station Zwillbrock e.V.

Ein Himmel voller Möwen

Das Möwenjahr


Das ganze Jahr hindurch kann man kleine Gruppen von Möwen im Zwillbrocker Venn beobachten. Die große Zeit der Lachmöwen beginnt jedoch erst im Frühjahr. Dann hängt der Himmel voller Möwen und ihr Geschrei ist bereits aus weiter Entfernung hörbar. Im Verlauf des April nimmt die Zahl der Möwen wieder ab, da viele der Tiere hier nur Rast machen und dann weiterziehen. Die Balz der Tiere beginnt bereits Mitte März. Die Verhaltensweisen, die der Paarung vorausgehen, sind von der Kanzel aus gut zu beobachten. 




 

Jedes Paar baut ein eigenes Nest, dessen unmittelbare Umgebung gegen das Eindringen anderer Möwen verteidigt wird. Nach einer Brutzeit von 22-24 Tagen schlüpfen die Jungen.
Jetzt ist es Anfang Mai, doch frisch geschlüpfte Junge können bis Ende Juni beobachtet werden.
Nach dem Flüggewerden der Jungen nimmt die Zahl der Möwen ab Mitte Juli rasch ab. Im August wird es wieder still, denn die meisten Möwen begeben sich bereits jetzt auf ihre Wanderung in die Winterquartiere.
Auch im Winterhalbjahr lassen sich gelegentlich Möwen im Venn beobachten. Dabei handelt es sich vor allem um Durchzügler aus dem Norden und Osten, die den See als ruhigen Rast- und Schlafplatz nutzen.


Bewohner des Binnenlandes ?

Ursprünglich siedelten Lachmöwen nur an Gewässern im Landesinneren und an der Ostseeküste. Erst in den 1930er Jahren begann eine explosionsartige Ausbreitung, in deren Verlauf auch die Nordseeküste besiedelt wurde.
Die Vögel brüten in großen Kolonien, die bis zu mehreren tausend Brutpaare umfassen können. Sie liegen in den Verlandungszonen größerer Gewässer, in Mooren, Sümpfen oder auch auf Kies- und Sandbänken.
Die Nester werden bevorzugt auf leicht erhöhten Stellen gebaut, zum Beispiel auf Büscheln von Binsen oder Schilf.


 

 


Lachmöwen haben ein großes Nahrungsspektrum


Lachmöwen haben ein großes Nahrungsspektrum. Natürlicherweise ernähren sie sich von Würmern und Schnecken, Insekten die in der Luft gefangen werden oder auch von verendeten Tieren.
In der Gegenwart des Menschen haben sie sich viele neue Futterquellen erschlossen. So kann man sie oft auf Ackerflächen beobachten, wo sie die bei der Bodenbearbeitung an das Tageslicht gekommenen Regenwürmer verzehren. Auch auf Müllhalden sind sie das ganze Jahr über zu finden.

 


 

Die ersten Brutpaare...

...im Zwillbrocker Venn wurden 1932 beobachtet. Waren es zuerst nur etwa 4 Paare, wuchs ihre Zahl bis 1954 bereits auf etwa 2000 an. 1987 wurde mit ca. 15000 Brutpaaren die bislang größte Zahl ermittelt. Seit dem Beginn der 90er Jahre kann eine deutliche Abnahme beobachtet werden. Aktuell brüten etwa 2000 Lachmöwenpaare im Venn.