Sachinformationen

Heide
Als Heide wird eine Landschaftsform bezeichnet, in der Heidekraut (Besenheide) und andere niedrigwüchsige Zwergsträucher überwiegen. Größere Gehölze kommen in höchstens lockeren Beständen frei stehender Einzelbäume- oder Sträucher vor oder fehlen ganz. In vielen Heiden findet man den wenige Meter hohen zu den Zypressengewächsen gehörenden Wacholder.
Die Heide kann als "Halb-Kulturlandschaft" bezeichnet werden. Sie entstand durch den Einfluss des Menschen als Folge der Überbeanspruchung ohnehin armer Böden durch Rodung, Beweidung und Plaggenhieb (Plaggeneschkultur). Sie wurde aber nicht gezielt vom Menschen angelegt wie etwa ein Acker - im Gegenteil: Die Heide war vor dem Zeitalter des Kunstdüngers kaum noch nutzbares Ödland, dass für den Ackerbau verloren war.
Im Westmünsterland war die Heide Jahrhunderte lang die prägende Landschaftsform, heute gibt es dort nur noch ganz wenige Heidereste.

Kulturlandschaft
Als Kulturlandschaft wird eine vom Menschen geformte und gestaltete Landschaft bezeichnet, die sich deutlich von einer vom Menschen unbeeinflusste Naturlandschaft unterscheidet. Mitteleuropa ist eine alte Kulturlandschaft, die schon so lange und so intensiv durch den Menschen beeinflusst und gestaltet wird, dass wir höchstens eine vage Ahnung davon haben, wie es hier ohne uns aussehen würde. Unter anderem mit dieser Frage beschäftigt sich die zweite Bildungseinheit.

Landschaftsgeschichte
Die Landschaftsgeschichte ist die Kunde vom Wandel der Landschaften im Laufe der Zeit. Das Westmünsterland hat eine sehr bewegte Landschaftsgeschichte: Vor rund 3.000 Jahren, eventuell auch noch eher, besiedelten sesshafte Bauern das bis dahin von Urwäldern und Mooren bedeckte Gebiet. Zu dieser Zeit war das deutlich fruchtbarere Kernmünsterland längst besiedelt.
Rund um die Ansiedlungen des Menschen ging der Wald durch Brennholzgewinnung, Beweidung mit Vieh und durch die Plaggeneschkultur mehr und mehr zurück, Heide breitete sich aus. Die anfänglich kleinen Lichtungen in der weiten Waldwildnis wuchsen im Laufe des Mittelalters zunehmend zu weitem Offenland zusammen. Im späten Mittelalter und der Neuzeit schrumpften die letzten größeren Wälder zu winzigen Resten zusammen und es gab eine zunehmende Holzknappheit. Die Menschen waren gezwungen, den Torf der Moore als Brennstoff zu nutzen, wodurch die großflächige Zerstörung der einst großen Hochmoore eingeleitet wurde.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden mit Einführung einer geregelten Forstwirtschaft Teile der Heidegebiete aufgeforstet, überwiegend mit Kiefern. Der Waldanteil nahm also wieder zu. Im 20. Jahrhundert änderte sich mit Verbreitung des Kunstdüngers die Landschaft radikal. Die unfruchtbare Heide konnte nun wieder in Ackerland umgewandelt werden. Äcker, aber auch Wiesen und Weiden breiteten sich stark aus und drängten die Heide mehr und mehr zurück. Mit Einführung der maschinellen Landwirtschaft nahm der Ackeranteil in den letzten Jahrzehnten noch weiter zu, der Grünlandanteil nahm und nimmt weiterhin erheblich ab. Der intensive Ackerbau mit hohem Dünger- und Gülleeinsatz und die verbreiteten Maismonokulturen führten in den letzten drei Jahrzehnten zu einem beispiellosen Rückgang der Artenvielfalt in der Landschaft. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Landwirtschaft dagegen der Garant einer hohen Artenvielfalt in der Kulturlandschaft gewesen.

Lernen an Stationen (Lernzirkel)
Das Lernen an Stationen bietet den Schülern größtmöglichen individuellen Freiraum beim Lernen. Es kann als das Gegenteil schlechthin vom althergebrachten Frontalunterricht angesehen werden. Ein Teil der Lernstationen muss bearbeitet werden, bei den übrigen besteht freie Wahlmöglichkeit.
Die Schüler können weitgehend frei zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit wählen und können die verschiedenen Stationen mit individueller Geschwindigkeit und Intensität bearbeiten. So ermöglicht das Lernen an Stationen den gezielten Einsatz individueller Stärken und erfordert von den Schülern ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit.

Plaggeneschkultur
Bevor es Kunstdünger gab, war die Bewirtschaftung der armen Böden des Westmünsterlandes nicht einfach: Man stach Plaggen aus humusreichem und durchwurzeltem Boden und brachte sie als Streu in die Winterställe des Viehs (Plaggenhieb). Mit Mist vermengt wurden sie danach als Dünger auf die Felder gebracht. Durch das jährliche Aufbringen der Plaggen wurden die Felder langsam höher als die Umgebung, was z.T. heute noch sichtbar ist. Diese erhöhten Felder werden als Esch oder Plaggenesch bezeichnet. Die stetige Zerstörung der Bodenoberfläche und Vegetation durch das Abtrage der Plaggen führte zur Bildung sehr karger und z.T. fast vegetationsloser Heide- und Sandgebiete.

Rollenspiel
Das Rollenspiel verbindet Lebenswichtigkeit mit Spiel. Es werden reale Situationen oder/und Konflikte nachgestellt. Die Mitspieler schlüpfen dabei in die Rollen verschiedenster am Problem beteiligter Personen oder Gruppen. Für die Zeit des Rollenspiels identifizieren sich die Mitspieler mit ihrer Rolle, auch dann, wenn sie nicht ihrer tatsächlichen persönlichen Meinung und Einstellung entspricht. Daher ist eine Auswertung und Reflexion nach dem Rollenspiel sehr wichtig. Die Mitspieler können dann vor dem Hintergrund der eigenen Meinung das Spiel und den nachgestellten Realkonflikt differenziert und distanziert betrachten.

Szenariotechnik
Mittels der Szenariotechnik wird ein Zukunftsszenario zu einem bestimmten Problem erstellt. Dazu ist es zunächst nötig, die gegenwärtige Situation zu analysieren und die Einflussfaktoren zu ermitteln, die für das betrachtete Problem von Bedeutung sind. Wenn dies geschehen ist, werden in Gruppen Szenarien entwickelt: Eine Gruppe entwirft ein positives Extremszenario – dies beinhaltet die günstigste theoretisch mögliche Entwicklung. Die zweite Gruppe entwirft ein negatives Extremszenario mit der schlechtesten theoretisch möglichen Entwicklung der zuvor entwickelten Einflussfaktoren. Eine dritte Gruppe kann dann noch ein Trendszenario entwerfen, das die Fortschreibung der derzeit aktuellen Entwicklung beinhaltet. Sehr wichtig ist die Auswertung am Ende, die Strategien und Maßnahmen erarbeitet, wie auf das Positivszenario hingearbeitet werden kann.

Wacholder
Der Wacholder ist das wohl am meisten charakteristische Gehölz für Heidelandschaften. Dieser dunkelgrüne sehr dichte und säulenförmig wachsende Nadelbaum wird meist nur 3 bis 4 Meter hoch und wächst in lockeren Beständen auch auf äußerst trockenen und armen Böden.

Westmünsterland
Das Westmünsterland kann mit dem Kreis Borken gleichgesetzt werden. Landschaftsgeographisch ist das Westmünsterland die durch sandige Böden gekennzeichnete Region, die sich deutlich vom östlich anschließenden durch lehmige Böden geprägten Kernmünsterland unterscheidet. Im Kreis Borken liegen die meisten der Moore des Münsterlandes und hier entwickelten sich wegen der besonders armen Böden riesige Heidegebiete, von denen heute kaum noch etwas übrig ist.

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