3. Bildungseinheit (9./10. Schuljahr)

 

Kulturlandschaft morgen - den Weg in die Zukunft finden

Eine Umgehungsstraße für Eschdorf

Eine sehr stark befahrene Straße verläuft mitten durch die ländliche Kleinstadt Eschdorf. Die Lärmbelastung ist ein langjähriges Ärgernis und alle politischen Kräfte sind sich einig, dass nur eine Umgehungsstraße Abhilfe schaffen kann.
Damit hört die Einigkeit aber schon auf: Der mögliche Trassenverlauf ist ein großer Zankapfel, über den heftig gestritten wird. Die Osttrasse würde den "Eschdorfer Sand" schneiden, eine Heide- und Dünenlandschaft mit einer Reihe hochgradig gefährdeter Arten. Das Gelände ist nicht nur Naturschutzgebiet nach deutschem Recht, sondern auch gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nach EU-Recht geschützt.
Was spricht also gegen die nicht viel teurere Westtrasse? Die Osttrasse würde eine schnelle Anbindung des neuen Gewerbeparks "Eschdorf-Südost" an das Fernstraßennetz ermöglichen. Ein internationaler Elektronikkonzern erwägt dort die Ansiedlung eines größeren Tochterbetriebes, nennt aber eine optimale Verkehrsanbildung als Voraussetzung - ein starkes Argument für die Osttrasse.

Der alte Konflikt zwischen Naturschutz und Wirtschaft, er ist immer wieder brandaktuell. Jedoch müssen Naturschutz und Wirtschaft immer im Konflikt zueinander stehen? Welchen Stellenwert hat Natur für uns? Wie wichtig ist der Naturschutz?

Das fiktive Beispiel der frei erfundenen Stadt Eschdorf bildet die Grundlage für ein Rollenspiel: Die Schüler schlüpfen in die Rollen der verschiedenen Konfliktparteien und erarbeiten eine mögliche Lösung des Problems. Besonders pikant ist dabei die Rolle des Bürgermeisters der Stadt.....


Wie geht es weiter? Zwei Weltregionen auf dem Weg in die Zukunft...

Was hat das Westmünsterland mit dem Regenwald in Brasilien zu tun? Mehr als auf dem ersten Blick zu erahnen ist! Welchen Weg schlagen diese beiden Weltregionen für die Zukunft ein und wie weit wird dies ein gemeinsamer Weg sein?


Ein Gang über das Land vor 100 Jahren...

...bei uns:
"Die Sommersonne brannte gnadenlos, hier draußen in der Heide gab es nicht den kleinsten Schatten. Ich hatte die in der Sonne gut getrockneten Plaggen eben aufgeladen und nun ging es zurück zum Hof.
Das Pferd hatte sichtliche Mühe, den Wagen über den trockenen Sandweg zu ziehen. Bei jedem Schritt sank der ganze Huf im heißen Staub ein, die alten Kutschräder drohten sich festzufahren. Mehr als eine Stunde lang ging es durch die Ödnis, in der nichts anderes wuchs als niedriges Heidekraut. Die Ellewicker Mark war ein unwirtliches Land..."


...im Regenwald Brasiliens:
"Direkt nach dem Hellwerden brach ich auf. Dichter Nebel lag über dem kleinen Urwalddorf, das raue Krächzen von Papageien, spitze Schreie von Affen und unzählige weitere Tierstimmen erfüllten die feuchtwarme Luft. Schon nach wenigen Schritten befand ich mich im Dämmerlicht des Tropenwaldes, unter dem grünen Dach riesiger Bäume. Ich kannte den Regenwald seit Jahrzehnten, ich kannte jeden einzelnen Kautschukbaum im Umkreis von vielen Kilometern."

Zwei Welten, die Tausende von Kilometern voneinander entfernt sind, und doch näher beieinander als es zunächst erscheint. Wir sind eng mit der gesamten Welt verknüpft. Unser handeln hier kann Folgen an sehr fernen Orten haben...
Wir müssen lernen, vernetzt zu denken, ein jeder muss lernen, die globalen Folgen des eigenen Handelns zu begreifen. Es werden Zukunftsszenarien entwickelt, die sowohl die großen Gefahren und Bedrohungen für unsere gemeinsame Umwelt, als auch die im Handeln eines Jeden liegenden Chancen aufzeigen.

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