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© H. Stroetmann

Wiedervernässung des Hündfelder Moores - Biodiversitäts- und Klimaschutzprojekt im Kreis Borken

Die Folgen des Klimawandels sind längst auch im Naturschutz angekommen. Im Sommer 2019 hat die vollständige Austrocknung des Lachmöwensees im Zwillbrocker Venn vielen Besuchern drastisch vor Augen geführt, dass die Veränderungen der Niederschläge direkte und spürbare Folgen nicht nur in diesem Schutzgebiet für Fauna und Flora hatben. Von den Folgen des Klimawandels werden nicht nur wir Menschen betroffen sein, sondern in besonderem Maße auch wassergebundene Lebensräume wie Moore, Feuchtgebiete und Feuchtgrünland mit ihren Lebensgemeinschaften aus spezialisierten Tier- und Pflanzenarten.
Da sich nach den Prognosen der Klimaforscher die Wetteranomalien zukünftig noch stärker ausprägen werden als heute, müssen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in den Schutzgebieten geeignete Maßnahmen entwickelt werden, um diese in einen widerstandsfähigeren Zustand zu versetzen und so die negativen Folgen des Klimawandels auf die Biologische Vielfalt ausgleichen zu können.
Damit dies gelingt, muss in erster Linie künftig mehr Wasser in der Landschaft zurück gehalten werden. In Moorgebieten dient diese Maßnahme nicht nur der Bewältigung der erwarteten Klimafolgen. Die Wiedervernässung von trocken gelegten Moorböden führt vielmehr gleichzeitig zu einer Verringerung der CO2-Freisetzung aus diesen Böden; sie trägt damit direkt auch zur Verlangsamung des Klimawandels und damit auch zum Klimaschutz bei – denn: Intakte Moore sind nicht nur Lebensraum, sondern speichern auch mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt!
Aufgrund ihrer bedeutsamen Funktionen ist der Schutz der Moore Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der 17 globalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung.

Ein Vorzeigeprojekt mit Modellcharakter zur Wiedervernässung eines Moorgebietes entsteht zur Zeit im Hündfelder Moor. Es handelt sich hier um das bedeutsamste Moorgebiet im nordwestlichen Westfalen mit dem größten Flächenanteil eines Hochmoores. Der einzigartige Charakter einer weitgehend offenen Moorlandschaft, der noch Mitte des vorigen Jahrhunderts das gesamte Westmünsterland gekennzeichnet hatte, ist in dieser großflächigen Ausbildung nur in diesem Gebiet erhalten geblieben. Ein grenzüberschreitendes Renaturierungsprojekt "Life CrossBorderBog" im Bereich des niederländischen Aamsveens und angrenzend des Hündfelder Moores soll die Wiedervernässung auf einer Fläche von 120 Hektar dauerhaft sicherstellen.
In einem Vortrag werden die Einzelheiten dieses Projekts und verschiedene Maßnahmen vorgestellt, die beispielgebend auch für weitere Moorgebiete sein können. Sie erfahren zudem Spannendes über das Moor, seine Bewohner und seine Klimaschutzfunktion und lernen die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung kennen und erhalten Tipps für eigene Handlungsoptionen zum Schutz der Moore.

Schwerpunkt der gemeinsamen pädagogischen Arbeit ist Bildung für nachhaltige Entwicklung, das Westmünsterland Forum bietet verschiedene Bildungsveranstaltungen zu Schlüsselthemen an.

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Moorregeneration_Amtsvenn_C_Rückriem.jpg  © C. Rückriem
Flutende Torfmoosdecke in Torfstich AV C_Rückriem 1999.jpg  © C. Rückriem
17_SDGs.jpg  © SDG