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© C. Rückriem

Moorschnucken

Eine alte bedrohte Haustierrasse in der Landschaftspflege

Die Beweidung von Moor-, Heide- und Feuchtwiesengebieten stellt besondere Ansprüche an die zur Pflege eingesetzte Schafrasse: Die weissen hornlosen Heidschnucken, auch Moorschnucken genannt, sind durch ihr geringes Körpergewicht, Widerstandsfähigkeit, Unempfindlichkeit gegen Nässe und Futtergenügsamkeit speziell an die feuchten und kargen Verhältnisse angepasst.

Arche-Hof

Die Schäferei Moorhof ist Arche-Hof. Wir halten eine alte vom Aussterben bedrohte Haustierrasse in großer Zahl und setzen uns für die Zucht der Rasse ein. Altdeutsche Hütehunde werden zudem für die Hütehaltung eingesetzt. Die Öffentlichkeitsarbeit über die Bedeutung der Haltung alter Rassen wird damit unterstützt. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen, bei der wir Mitglied sind, setzt sich sehr engagiert für dieses Thema ein.

Ziele der Schafbeweidung

  • Die Moorschnucke als bedrohte Haustierrasse wird gefördert.
  • Aufkommender Birkenjungwuchs wird unterbunden.
  • Durch Verbiß von Heidetrieben wird die wichtige Verjüngung der Heide gefördert.
  • Nährstoffe werden aus den empfindlichen nährstoffarmen Lebensräumen ausgetragen, indem die Schafe tagsüber dort gehütet werden und nachts außerhalb der Pflegegebiete gepfercht werden.
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Hütehaltung

Zweimal täglich wird die Moorschnuckenherde auf vorher ausgewählte und zu pflegende Flächen geführt. Dabei werden sie entweder eng gehalten, was für eine hohe Verbißleistung sorgt, oder auf sensiblen Flächen sehr weiträumig gehütet, um Trittschäden zu vermeiden. Das Zusammenhalten der Herde wird durch den Einsatz von altdeutschen Hütehunden gewährleistet.

Pflegeplanung

Die Herde wird bei der Beweidung von Schutzgebieten entsprechend der Biotoppflegeplanung der Biologischen Station Zwillbrock e.V. und in Absprache mit den Naturschutzbehörden eingesetzt. 

Einsatzgebiete der Moorschnucken

Das Zwillbrocker Venn
Das Zwillbrocker Venn ist ein über 180 ha großes ehemaliges Hochmoorgebiet. Es umfaßt einen großen Flachwassersee, alte Torfstiche mit Moorregeneration und weite Heideflächen.

Das Amtsvenn/Hündfelder Moor
Das mit ca. 550 ha größte zusammenhängende Moorgebiet in NRW ist durch Entwässerung und Abtorfung stark beeinträchtigt worden. Weite Bereiche mit Heide und Pfeifengras bestimmen das Bild. Durch Wiedervernässungsmaßnahmen wurde die Moorregeneration eingeleitet. Die Beweidung mit Moorschnucken hält Heideflächen offen.