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Wildbienen

26.09.2018

Wie leben Wildbienen und warum sind Wildbienen für uns so wichtig? Was sollte ich in einem wildbienenfreundlichen Garten beachten?

Gut zu wissen:
Die über 580 in Deutschland nachgewiesenen Wildbienenarten sind sehr vielgestaltig in Größe und Aussehen, zu ihnen zählen z.B. die Buckelbienen, Furchenbienen, Hosenbienen, Hummeln , Maskenbienen, Mauerbienen, Scherenbienen, Schmalbienen und Sandbienen. Wie man zwischen Nutz- und Wildpflanzen unterscheidet, wird auch zwischen Wild- und der einen Nutzbiene, der domestizierten Honigbiene unterschieden. Wild- und Honigbienen haben sehr unterschiedliche Lebensweisen, in diesem Naturschutz-Tipp geht es ausschließlich um die Ansprüche der Wildbienen.

Wildbienen besitzen im Vergleich zu Honigbienen kein Verteidigungsverhalten. Wildbienen-Weibchen besitzen zwar einen „Wehrstachel“ zur Verteidigung gegenüber Artgenossen, jedoch flüchten sie eher als Menschen anzugreifen. Der Stachel vieler Wildbienenarten ist so dünn, dass damit keinem Menschen was zu Leide getan werden könnte. Lediglich von Hummel, vor allem vom Baumhummeln, ist Verteidigungsverhalten im Nestbereich bekannt.

Wildbienen gehören zu den bestäubenden Insekten: Diese Blütenbesucher übertragen bei der Nahrungssuche, Pollen von einer auf die nächste Blüte. Dies stellt die Grundlage für die Bildung von Samen und Früchten dar. Wildbestäuber sind Schlüsselakteure der biologischen Vielfalt. Besonders Wildbienen wird eine immense Bestäubungsleistung zugesprochen. Sie sind Bestäuber von über 150 Nutzpflanzen sowie von 90 % der Wildpflanzen. Hummeln werden z.B. vermehrt für die Bestäubung in Tomatengewächshäusern eingesetzt.

Nahrung und Nistplatz gesucht!

So leben Wildbienen:
Im Vergleich zu den Honigbienen leben Wildbienen nicht in Staaten, sondern v.a. Einzeln und werden deshalb als Solitärbienen bezeichnet. Die Solitärbienen schlüpfen meist im Frühjahr und haben eine kurze Lebensdauer von ca. 4-6 Wochen. In dieser Zeit findet die Paarung und Suche nach einem geeigneten Nistplatz statt. Die Männchen versterben, die Weibchen sammeln Pollen und Nektar als Nahrungsgrundlage für ihren Nachwuchs. Sie legen mehrere Nistkammern an, versehen diese mit einem Nahrungsvorrat und legen darauf ein Ei. Aus diesem Ei schlüpft eine Larve, die sich verpuppt und als ausgewachsene Wildbiene im nächsten Frühjahr schlüpft.
Wildbienen sind wählerische Pollensammlerinnen: Viele Wildbienenarten sind auf den Pollen einer einzigen Pflanzengattung, z.B. Gemeiner Efeu (Hedera), Weide (Salix) oder Glockenblume (Campanula) spezialisiert, sie werden als streng oligolektische Wildbienen bezeichnet. Oligolektische Wildbienen sind auf Pollen einer Pflanzenfamilie z.B. Malvengewächse, Korbblüter oder Schmetterlingsblüter spezialisiert. Hingegen sammeln unspezialisierte, polygolektische Wildbienenarten den Pollen zweier oder mehrerer Pflanzenfamilien. Blühen viele von spezialisierten Wildbienen genutzten Pflanzen in ihrem Garten, bietet man Spezialisten und nicht spezialisierten Wildbienenarten eine gute Nahrungsgrundlage.

Gartengestaltung:
Wildbienen benötigen einen naturnahen und strukturreichen Garten mit z.B. Tockenmauern, Totholz offenen bis lückig bewachsenen Boden- und Wasserstellen, welche ausreichend und bis ins nächste Frühjahr bestehende Nistmöglichkeiten bieten sowie ein reichhaltiges, nektar- und pollenspendendes Blütenangebot. Besonders wildbienenfreundlich ist ein lückenloses Blütenangebot als Nahrungsgrundlage für die gesamten Bienensaison von März bis Oktober. Wichtige Pflanzen für ihren Wildbienengarten sind u.a. Weiden, Glockenblumen, Natternkopf, Malven, Karden und Korb- und Schmetterlingsblüter. 

Nistmöglichkeiten und Nisthilfen:
Der Großteil der Wildbienenarten nistet im Boden. Für diese Wildbienen bieten sie am Besten magere, freie oder lückig bewachsene Sandflächen an. Ein weiterer Anteil der Wildbienenarten nisten in bestehenden Hohlräumen. Besonders diese Wildbienen können die im Handel erhältlichen „Insektenhotels“ als Nistplatz nutzen. Bei Kauf und Bau einer Nisthilfe für Wildbienen sind jedoch ein paar wichtige Punkte zu beachten, damit diese auch von Wildbienen genutzt werden kann.

Weiterführende Adressen und Links:

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MauerbieneMrz2020_JFocke.jpg  © J. Focke
pixabay_CCO_esiul_silk-bee-1328961_960_720.jpg  © pixabay.com(CCO)
Eine blaue glänzende Wespe neben dem Eingang einer Höhle© C. Rückriem
Nisthilfe_BSZ_JFocke.jpg  © J. Focke
WildbienenNisthilfe_JFocke.jpg  © J. Focke

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